AktuellesPosted by Martin Dörrlamm Fri, June 19, 2009 01:25:50Kolleginnen und Kollegen in der Sozialen Arbeit sind bundesweit seit über sechs Wochen im Streik. Verdi und GEW haben in den Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern bis jetzt noch keine "Kompromißbereitschaft" entdecken können.
Medial wird das Ganze als Aktion von Kindergärtnerinnen aufbereitet, die ihre Kleinen nicht genug unter Kontrolle haben, so dass sie unter selbst verschuldetem Lärm leiden und nicht mehr auf den kleinen Stühlen sitzen wollen. Und dennoch trifft der Streik trotz massiver Akzeptanzprobleme von verdi an vielen Stellen eine wesentliche Stimmung. Die Forderung nach "Anerkennung" ist so nichtssagend wie grundsätzlich richtig und wichtig, so konsequenzlos wie grundlegend kritisch. Nicht weil nach dem Streik unsere Arbeit von irgendwem ernsthaft anerkannt würde, sondern weil sie die richtigen Fragen stellt. Wir arbeiten unter immer problematischeren Bedingungen auch weil "die Klient_innen", "die Ausgegrenzten" in dieser Gesellschaft in der Ideologie des Neoliberalismus in keiner Form anerkannt werden. Und wir merken es an unseren Knochen, an unserer Gesundheit, dass diese fehlende Anerkennung auch den mit ihnen Arbeitenden gilt und unmittelbar auf uns übertragen wird. Insofern ist die Forderung nach "Gesundheitsschutz" gleichzeitig eine notwendige und unter den bestehenden Bedingungen nicht zu erfüllende.
Dass aber "Anerkennung" von der Gewerkschaft, die uns den TVöD eingebrockt hat, auch tatsächlich materiell verstanden wird und "Gesundheitsschutz" als Kampf um die Arbeitsbedingungen, also Personalstärke, notwendige Ressourcen, sinnvolle organisatorische Strukturen etc., gefasst wird macht die Beteiligung an dieser Auseinandersetzung zur unhintergehbaren Voraussetzung. Drunter geht es einfach nicht. Das Ergebnis dieses "Arbeitskampfes" wird natürlich wieder ein magerer Kompromiß sein. Aber erstens wird er um so dünner, je weniger wir in diese Auseinandersetzung selber eingreifen, und zweitens werden die inhaltlichen Forderungen durch keinen Kompromiß aufhebbar sein. Insofern halte ich eine Beteiligung an den stattfindenden Auseinandersetzungen für absolut notwendig.
Am
Montag, 22.06., wird aller Voraussicht nach die zentrale
Kundgebung in
Mannheim stattfinden (13 Uhr Alter Messplatz). Nix wie hin.
Nach der kommenden Woche dürfte es auf eine "Sommerpause" rauslaufen (damals hätt's sowas ja nicht gegeben), mit der Folge, dass der Streik wahrscheinlich auch noch in den Bundestagswahlkampf rein spielt. Dass er das auch jetzt schon tut, hat sich auf der Kundgebung in Köln gezeigt, auf der alle großen Parteien unbedingt sprechen wollten. Dabei hat sich auch schon das große Problem dieses Streiks gezeigt: die Thematisierung über die kleinen "unschuldigen" Kinder. Deren "Unschuld" wurde, glaube ich, von allen Redner_innen thematisiert. Und wir Erwachsenen sind im Umkehrschluß dann immer an allem Schuld, was wir erdulden (und mit reproduzieren). Es lebe der Neoliberalismus.
Anhang:
Einer der wenigen
Artikel über die Beteiligung von Sozialarbeiter_innen/-pädagog_innen am Streik.
Ein kurzer
Hinweis auf die Besonderheiten des Streiks und die Notwendigkeit zur Beteiligung.
AktuellesPosted by Martin Dörrlamm Wed, September 24, 2008 15:42:18Das bundesweite Treffen des AKS findet statt am
17. und 18. Oktober 2008
am nordhessischen Studienstandort der EFH Darmstadt in
Schwalmstadt-Treysa. Wir beginnen am Freitag gegen 19 Uhr. Ende der
Veranstaltung am Samstag gegen 16 Uhr.
Die Lesebuchgruppe "Kritische Soziale Arbeit" hat für das nächste
Treffen ein Programm vorbereitet (für den Samstag), das wie folgt
aussieht:
- es werden frühe Texte von Beginn der 1970er Jahre gelesen (hier
haben alle, die kommen, die Wahl zwischen drei interessanten Texten
von Siegfried
Müller, Georg
Auernheimer und Marianne
Meinhold), in
kleinen Gruppen besprochen (mit Input und Thesen der Lesebuch-Gruppe
vorbereitet) und dann
- mit einem von allen zu lesenden aktuelleren Text von Timm
Kunstreich(2001, "Hat Soziale Arbeit ein politisches Mandat?") kontrastiert bzw.
"gegengelesen".
- für NeueinsteigerInnen und besonders weitgehend Interessierte
stellen wir zusätzlich zwei Hintergrundtexte ins Netz (von
Paulsen 1971 und
Sachße/Blanke).
Insgesamt geht es weiter um die gesellschaftliche Funktion von Sozialer Arbeit und die Frage, wie sich Professionelle hier kritisch positionieren können.
Wer Schwierigkeiten damit hat, dass die Texte hier für den AKS zugänglich gemacht werden, kann sich direkt an Susanne Maurer oder Martin Dörrlamm wenden.
Wir hoffen auf zahlreiche Beteiligung (Anmeldung an Frank nicht vergessen) und freuen uns auf die Debatten in Treysa! Herzliche Grüße
von Susanne Maurer.
Anmeldungen und Zimmerreservierungen
sind möglich unter aks@kritische-soziale-arbeit.info
AktuellesPosted by Martin Dörrlamm Fri, July 25, 2008 22:15:19Am Sonntag (27.07.) gab es erneut eine
Demonstration in Treysa.
Informationen zu den jüngsten Vorfällen u.a.:
antimanifest
Antifaschistische Bildungsinitiative Wetterau
Antinazikoordination Frankfurt
solid hessen
ArchivPosted by Martin Dörrlamm Wed, May 07, 2008 20:57:27Das nächste bundesweite Treffen des Arbeitskreises Kritische Soziale Arbeit musste leider in den Herbst verschoben werden. Zur Vorbereitung gab es wieder einige Textvorschläge. Die Verschiebung bietet vielleicht Gelegenheit dazu, sich auch im Vorfeld via Internet über die Planung, ergänzende Vorschläge etc. auseinander zu setzen:
Die Lesebuchgruppe "Kritische Soziale Arbeit" hat für das nächste
Treffen ein Programm vorbereitet (für den Samstag), das wie folgt
aussieht:
- es werden frühe Texte von Beginn der 1970er Jahre gelesen (hier
haben alle, die kommen, die Wahl zwischen drei interessanten Texten
von
Siegfried Müller, Georg
Auernheimer und
Marianne Meinhold), in
kleinen Gruppen besprochen (mit Input und Thesen der Lesebuch-Gruppe
vorbereitet) und dann
- mit einem von allen zu lesenden aktuelleren Text von Timm Kunstreich
(2001, "
Hat Soziale Arbeit ein politisches Mandat?") kontrastiert bzw.
"gegengelesen".
- für NeueinsteigerInnen und besonders weitgehend Interessierte
stellen wir zusätzlich zwei Hintergrundtexte ins Netz (von
Paulsen1971 und
Sachße/Blanke).
Insgesamt geht es weiter um die gesellschaftliche Funktion von
Sozialer Arbeit und die Frage, wie sich Professionelle hier kritisch
positionieren können.
Bis dahin
Martin Dörrlamm
Anmeldungen/Übernachtungswünsche wie immer an
Frank Bettinger.
ArchivPosted by Johannes Gnauck Thu, February 07, 2008 21:32:15[um urheberrechtlichen Bedenken Rechnung zu tragen werden die Texte vom vergangenen Treffen mit einem Paßwortschutz versehen. Das Paßwort ist für Menschen aus dem AKS bei Frank oder mir abzufragen.]
als pdf-Dateien zur Vorbereitung des Treffens Februar 08:
Editorial
Timm Kunstreich, Zwang in öffentlicher Erziehung – Einladung zur Diskussion
Burkhard Müller, Zum Themenheft „Zwang“ – ein offener Brief
Mathias Schwabe, Zwang in der Erziehung und in den Hilfen zur Erziehung
Susanne May/Michael May, Pädagogik als Subjekt-Subjekt-Dialektik denken – Eine Antwort auf Mathias Schwabe
Sabine Pankofer, Beziehung durch oder trotz Zwang? Ambivalente Erfahrungen aus dem pädagogischen Alltag geschlossener Unterbringung von Mädchen
Helga Cremer-Schäfer, Populistische Pädagogik und das „Unbehagen in der punitiven Kultur“
LesebuchprojektPosted by Susanne Maurer Wed, February 06, 2008 16:14:09Liebe Menschen im AKS,
anbei zwei Texte zur Vorbereitung des nächsten AKS-Treffens am kommenden Wochenende, den 8./9.2.09 in Treysa!
Es handelt sich zum einen um einen frühen Text von Timm Kunstreich zu Sozialer Arbeit als Lohnarbeit, zum anderen um das Editorial der ersten Nummer der Zeitschrift "Widersprüche" (Nachfolge des info(rmationsdienst) sozialarbeit).
Zusätzlich schlagen wir vor, auf der Grundlage des aktuellen Heftes der "Widersprüche" zu Freiwilligkeit und Zwang die aktuellen Themen zu diskutieren. Näheres in einer Rundmail von Frank Bettinger bzw. von mir.
Herzliche Grüße von Susanne Maurer. 
ArchivPosted by Martin Dörrlamm Wed, January 30, 2008 04:11:25Während in Frankfurt fast täglich rassistische Hetze im Landtagswahlkampf mit riesigem Polizeiaufwand durchgesetzt wurde, reagierten einige Kolleg_innen auf die Diffamierung des Berufszweigs durch den hiesigen Ministerpräsidenten.
Herr Koch, es reicht! ist ein offener Brief, der innerhalb kürzester Zeit von 75 Kolleg_innen und 25 Unterstützer_innen unterschrieben worden ist. Eine der wenigen Stellungnahmen zur Anmaßung eines CDU-Politikers, sich auf "fachlicher" Ebene äußern zu wollen.
(Sollte der Link zur FR irgendwann nicht mehr funktionieren, bitte eine kurze Mail an mich)
ArchivPosted by Martin Dörrlamm Wed, January 30, 2008 03:49:12Der bundesweite Zusammenhang trifft sich das nächste mal am 08. und 09.02.2008 in Treysa. Anmeldung und Übernachtungswünsche bitte an
Frank Bettinger.